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Abenteuer Schweden / Norwegen 31.07.2021

Und schon ist die Nacht vorbei… Viel später als geplant wache ich auf und der Plan, sehr früh aufzustehen um direkt die knapp 400 km zum Bärenpark nach Orsa durchzufahren, ist hiermit nicht mehr aktuell! Also Kaffee trinken und neu planen. 

Ich nutze die Gelegenheit und mache Großputz. Teppiche raus, Wäsche sortieren. Lebensmittel neu sortieren usw. Dauert nicht lange und ich habe direkt wieder ein tolles Gefühl, so aufgeräumt und sortiert. So entscheide ich mich für die Route nach Orsa, aber ganz entspannt und will da einen Stellplatz finden, wo es eben passt. Heute ist es egal wie weit ich komme. Auch mal entspannt!

Wie immer gibt es viel zu entdecken, aber ich kann unmöglich alles fotografieren. Also reise ich entspannt dahin und halte kurz vor Östersund. Spontan frage ich Google nach Sehenswürdigkeiten in der Nähe und da gibt es in Orrviken eine Elchfarm. So bin ich also wenige Minuten später auf dem Parkplatz der Elchfarm und freue mich auf eine geführte Tour.

Da noch fast eine Stunde Zeit ist gönne ich mir eine Waffel und eine Tasse Kaffee und warten auf der Terrasse in der Sonne. Ich genieße das und bin erneut unendlich dankbar für dieses Erlebnis.

Langsam kommen immer mehr Touristen an und die Terrasse füllt sich. Pünktlich geht die Tour los. Vorab ein paar allgemeine Informationen bevor wir Richtung Gehege wandern. Es ist eine informative und humorvolle Führung. Es ist wunderbar den Tieren nicht einfach nur nah sein zu können, sondern auch so viel zu erfahren. Am Ende bin ich einfach glücklich, dass ich so spontan hierher gefunden habe. 

https://www.moosegarden.com

Da es früher Nachmittag ist, schaue ich erneut was mir Google jetzt so anbietet und will noch zu einem kleinen Reservat fahren. Aber vorher beschenke ich mich noch selbst und kaufe in dem kleinen Cafe / Shop einen Elch zur Erinnerung. Er soll mein neuer CoPilot werden!

Keine 10 Minuten später bin ich auf Höhe des Reservates, finde aber keinen Zugang. Kann also nirgends parken und fahre wieder zurück. Dann nutze ich doch noch die Gelegenheit, parke am Wegrand und laufe zum Wasser. Es ist in Sichtweite und ich bin ja schnell wieder am Auto. Ein paar Bilder später bin ich dann schon wieder zurück bei Blacky. und mache ich nun weiter auf den Weg Richtung Orsa. 

Knapp 100 km vor Orsa halte ich an einem Parkplatz und bin direkt hingerissen. Wasser, Steine, Seerosen, Natur und ich bin ganz alleine. Erst laufe ich etwas umher, lasse alles auf mich wirken und beschließe die Nacht hier stehen zu bleiben. Wenn mir das einer noch vor ein paar Monaten erzählt hätte, ich allein hier über Nacht! Ich hätte laut gelacht. Aber inzwischen fühlt es sich einfach nur richtig an. Zumal ich auch hier nicht einen einzigen Tag Angst hatte. Was für eine Bereicherung!

Wenige Minuten später entschließt sich ein Ehepaar ebenfalls für eine Nacht hier an diesem tollen Parkplatz. 

Es gibt heute nur Nudeln mit Soße. Jetzt so satt und zufrieden merke ich dann doch den Tag, die vielen km. Also mache ich es mir gemütlich und widme mich nur noch meinen Reisenotizen. Dann noch den Schlaf nachholen, der mir gestern nicht möglich war. Morgen früh sind es dann nur noch 100 km und ich habe den Bärenpark in Orsa erreicht. Darauf freue ich mich schon sehr! Auch wenn die Wettervorhersage eher mäßig ist, ich mache wie immer das beste draus.

So falle ich dann kurze Zeit später ins Traumland.

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Abenteuer Schweden / Norwegen 30.07.2021

Eine kurze aber sehr erholsame Nacht liegt wieder einmal hinter mir. Mit einem Kaffee und dem Blick auf die Wasserfälle beginnt mein Tag, ist das nicht wunderbar!

Das heutige Tagesziel ist Strömsund. Nur knapp 200 km. Ist ja inzwischen keine Strecke mehr… Also mache ich noch entspannt ein paar Bilder, auch wenn das Wetter nicht so optimal ist. Aber das spielt wirklich keine Rolle. Es ist nach wie vor einfach nur beeindruckend. 

Gemütlich lasse ich km um km hinter mir und halte auch mal öfter an. Ich liebe diese kleinen Inseln im Wasser, diese Felsen. Es ist immer wieder ein Genuss. Natürlich bringe ich vieles davon auf meinen Speicherkarten mit nach Hause, aber in meinem Herzen gibt es noch viel mehr schönes Erinnerungen und ganz persönliche Momente.

Auf dem Weg komme ich noch an den Dimforsen vorbei. Natürlich halte ich auch hier an einer geeigneten Parkbucht an und mache mich auf den Weg. Meine Freunde, die Mücken, sind auch schon da! Aber ich wandere weiter und als ich da stehe und wieder einmal diese Kraft spüre hat sich der Halt gelohnt. Mir war vorher nicht bewusst, wie sehr mich Wasser beeinflusst. Also ich meine in dieser Intensität. Nach ein paar Videos und Bilder mache ich mich wieder auf den Weg zurück. 

In Strömsund entscheide ich mir für einen Stellplatz in der Nähe eines Freilichtmuseums. Für 100 Kronen soll das mein Platz für diese Nacht sein. Ohne Strom und ohne Ver- und Entsorgung, aber das passt für mich.

Kyrkgatan 1, 833 35 Strömsund, direkt neben dem Museum und dem Yachthafen in der Nähe.

Während ich noch die Anmeldung ausfülle, den Schein in den Umschlag stecke, spricht mich eine Frau an. Auch sie reist alleine und ist schon viele Jahre in Schweden unterwegs. Ein nettes Gespräch und ein paar Tipps für meinen weiteren Weg. 

Eine kleine Runde drehe ich noch bevor es dann anfängt zu regnen. So kann ich mich dann meiner Arbeit widmen und genieße wieder einmal meinen Arbeitsplatz und heute mit dem Geräusch von prasselndem Regen. Es gibt schlimmere Arbeitsplätze! 

Irgendwann treibt mich dann die Müdigkeit in Richtung Bett. Aber an Schlaf ist nicht zu denken. Neben dem Freilichtmuseum scheint ein Treffpunkt der Jugend von Strömsund zu sein. Es ist sehr laut, quietschende Reifen, Geschrei und diese Musik. Irgendwann parke ich mein Auto um, ein Stück weiter weg auf dem großen Platz. Etwas weniger Lärm, aber an Schlaf ist lange nicht zu denken! Ein Hörbuch, etwas lauter als sonst, hilft mir auf dem Weg ins Traumland.

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Abenteuer Schweden / Norwegen 29.07.2021

Ausgeruht und noch vor dem Wecker wache ich auf. Tasche packen, Kaffee genießen, Parkautomat füttern und dann los zum Treffpunkt. Aber vorher noch meine neuen Glückssocken anziehen 😉

Dieses Mal nehme ich aber meinen kleinen Rucksack mit, da habe ich besseren Zugriff auf meine Kameras. Hatte ja auch vorher gefragt ob das möglich ist und kenne ja nun auch die Größe der Boote. Packe auch wieder meine Jacke ein obwohl es warm ist und meine Mütze. Keine 5 Minuten später bin ich am Treffpunkt. So mag ich das. Hier müssen wir allerdings eine Maske tragen. Und wir bekommen neben den schweren Anzügen noch Schutzbrillen. So ausgestattet und nach einem kurzen Check der Ausrüstung, geht es runter zu den Booten. Mein Rücksack muss aber in die Mitte, der Guide will aussen herum laufen können, so packe ich nur mein großes Tele aus und lasse den Rest im Rucksack. Und los geht´s.

Auch hier wieder alles auf englisch, so bekomme ich wieder viele tolle Infos. Ich genieße es erneut und der erste Halt soll bei den Saltstraumen sein. Innerlich erfriert mein lächeln. Aber wir werden doch nicht da durch fahren? So wie die, die ich neulich von oben beobachtet habe???

Ja und dann sind wir auch schon dort. Alle 3 Boote fahren um, durch und quer umher. Natürlich haben die Guides alles im Griff und da alle jauchzen und sich freuen wird nochmal ganz nah an einen riesigen Strudel gefahren. Dann zieht das Boot plötzlich rückwärts. Ich will gar nicht wissen ob das ein gewolltes Manöver ist. Ich atme ruhig weiter und als der Motor wieder laut durchstartet und wir aus dem Strudel sind ist meine Welt wieder in Ordnung. Aber ich muss zugeben, es macht schon Spaß!

Der Guide erklärt, es ist gerade Medium Stärke und es kann schon auch anders sein. Noch ein paar Infos und dann geht es weiter. Plötzlich eine Hand nach rechts oben. Der Motor wird gestoppt. Ein Adler im Baum. Und ich erwische ihn auch noch!!! Yeah. Fängt ja schon gut an.  

Der Guide gibt Gas und ich bin über die Schutzbrille froh. Was für ein Tempo. 

Kurze Zeit später direkt wieder anhalten. Dieses Mal sind es mehrere Adler die förmlich in der Luft tanzen. Fast vergesse ich Bilder zu machen. So beeindruckend das anzuschauen. Was Glückssocken so alles ausmachen… (Danke Kati!)

 

Maske und Brille sitzen nun nicht mehr richtig, wie auch bei dem Grinsen in meinem Gesicht! Es geht noch an einer Lachsfarm vorbei und dann auch irgendwann wieder zurück nach Bodo in den Hafen. Ich bin glücklich!

Dann am Treffpunkt noch den schweren Anzug loswerden und ich mache mich auf den Weg zu Blacky. Ich könnte die ganze Welt umarmen. Eine kurze Kaffeepause und weiter planen. Das nächste Ziel sind die Trappstegsforsen in Schweden. Ganze 500 km, aber ich denke ich fahre einfach mal los und schaue wie gut es voran geht. Also mache ich nach dem letzten Schluck Kaffee alles reisebereit und fahre entspannt und zufrieden los. Hier und da muss ich aber einfach anhalten und den Moment genießen. Heute passt auch das Wetter, es ist ein Luxus.

Es geht gut voran und ich denke ich komme so gegen 19 Uhr an. Passt wunderbar. Und dann führt mich der Weg auf den Vildmarksvägen. Und wild trifft es sehr gut. Irgendwann habe ich an Google Maps gezweifelt. Schlaglöcher, Kies und weit und breit niemand unterwegs. Meine Geschwindigkeit ist dann irgendwann zwischen 20 und 30 km/h. Mehrmals entschuldige ich mich in Gedanken bei Blacky für die Tortur! Aber am Ende komme ich dann spät, (sehr spät, es ist kurz vor 22 Uhr) an den Wasserfällen an. Der Hunger ist riesig und so koche ich erstmal etwas. Bratkartoffeln und Lachs. Danach ist alles wieder im Lot. Auf dem Parkplatz sind noch 4 andere Mobile und ein PKW mit Dachzelt. Ich bin jedoch die einzigste, die da über den Parkplatz wandert. Das rauschen hat mich in den Bann gezogen und ich bin hellwach. Ein paar Bilder und dann noch ein Zeitraffervideo. Das muss sein! Und genau bei diesen Wasserfällen erwischt es mich emotional ohne Vorwarnung. Es überkommt mich wie eine Welle. Dieses Glück, das alles erleben zu dürfen. Der neu gewonnene Mut, mein neues Selbstvertrauen. Ich habe mich nie so frei gefühlt.

Während also noch das Zeitraffervideo die Bilder aufnimmt, studiere ich die Straßenkarte. Denn den Weg zurück will ich auf keinen Fall mehr! Und schnell ist die Route für den nächsten Tag klar. Als ich dann alles wieder aufgeräumt habe, wie immer alles sichern und ab ins Bett. Mit dem rauschen falle ich schnell ins Traumland. 

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Abenteuer Schweden / Norwegen 28.07.2021

Nur einmal war ich diese Nacht wach. Aber direkt wieder eingeschlafen. Sonnenschein und eine Tasse Kaffee, so könnte wirklich jeder Tag beginnen.

Ich will heute nach Solvaer und mit der Fähre nach Skutvik fahren. Laut meinen Recherchen stündliche Abfahrt, letzte um kurz vor 13 Uhr. Es sind noch 90 km, das schaffe ich sogar mit genug Fotopausen locker. Also fahre ich gemütlich los und genieße diese tolle Landschaft. Wo es geht halte ich kurz an und mache Bilder. 

Als ich dann in Solvaer ankomme die Ernüchterung. Keine Warteschlange am Fähranleger. Ich halte und erkunde mal das Gelände. Laut dem Fahrplan am kleinen Büro kommt die nächste Fähre erst 16 Uhr. Jetzt haben wir aber erst 11 Uhr. Kurz nachdenken… Um die Ecke ist ein Supermarkt, da kaufe ich noch schnell Kartoffeln. Von hier aus könnte ich auch nach Narvik, evtl. Dann noch hoch zum Polarpark. Aber das wären 5 Stunden Fahrt und dann noch weiter wieder Richtung Heimat. Ok schon solche Zweifel sprechen gegen diese Alternative.  Was bleibt dann übrig? Wieder zurück nach Moskenes und die 14:45 Uhr Fähre nach Bodo. Ok so mach ich es!

Es geht den gleichen Weg zurück, dennoch gibt es so viel Neues zu entdecken. Ich halte aber nicht mehr an. Schließlich will ich noch die Fähre erwischen.

In Moskenes dann ab in die Warteschlange. Schon wenige Minuten später kommt die Fähre an. Puuhhh was für ein Glück. Aber als die ersten Fahrzeuge fahren, natürlich nach denen die vorher reserviert haben, werde ich in die erste Spur verwiesen. Ich muss auf die nächste Fähre um 18 Uhr warten. Nunja so ist es, aber ich ärgere mich nicht. Die Sonne Scheint, ich habe mein „Zuhause“ dabei und mache es mir bequem. 

Ich surfe ein bisschen und komme wieder auf den Anbieter der Seeadler Safari aus Bodo, den ich damals ursprünglich buchen wollte, aber kein Platz mehr war. Ja und ratet mal – ich ergattere noch einen Platz für morgen. Denn wann komme ich nochmal hier her? Die Wetteraussichten sind perfekt und 76 Euro ist es mir allemal Wert. So warte ich also hier im Auto bei offener Türe und plötzlich spricht mich ein älterer Mann an. Woher ich gerade komme, wohin meine Reise noch geht usw. Plötzlich verändert sich sein Gesicht. Er sagt, er muss sofort nach Hause. Ich warte auf die Erklärung, eine Frage will ich ihm gerade nicht stellen. So ein Gefühl dass ich habe. Und dann bricht es auch ihm heraus. Seine Frau ist verstorben. Gestern hat er noch mit ihr telefoniert. 58 Jahre, auf dem Sofa liegen und tot. Zwar hatte sie Zucker, war aber gut eingestellt. Er ist sichtlich mitgenommen und stammelt „wäre ich bloß nicht gefahren“ aber ich sage zu ihm, dass wäre sicher nicht im Sinn seiner Frau wenn er sich jetzt Vorwürfe macht, auch wenn ich beide nicht kenne. Ein kleines lächeln. Ich frage ob er alleine ist, nein sein Kollege ist mit dabei. 4.000 km bis nach Linz liegen vor ihnen. Ich wünsche ihm Kraft und er geht weiter. Mitten im heißen Auto habe ich Gänsehaut, jetzt kommen auch mir die Tränen.

Wie nah Glück, Freude und das Leid doch oft sind. Mein Blick schweift über all die Wartenden. Den Gedanken meinen Mann zu verlieren wische ich sofort weg.

Ich sitze also weiter hier und bin umso dankbarer für zwei Menschen und deren Geschichten. Kati hat mir mehr Mut gemacht. Sie inspiriert mich. Der ältere Herr hat mich mit seinem schweren Schicksal daran erinnert, den Moment zu erleben und zu genießen. Dankbar zu sein für jeden Augenblick mit seinen Lieben. Und dankbar für die Gesundheit.

Mit diesen Erkenntnissen darf ich dann um 18 Uhr auf die Fähre. Ziehe mich mit Hörbuch und Kopfhörer in meine eigene Welt zurück und suche nach Ablenkung. Als wir den Hafen erreichen packe ich meine kleine Tasche und gehe aufs Deck. Mache ein paar Bilder und kann es kaum glauben, ich fahre Fähre und mir ist nicht schlecht. 

Um 22 Uhr sind wir dann in Bodo. Ich steuere den Parkplatz nur wenige Meter weiter an und atme durch. Hier kann ich stundenweise zahlen und buche erstmal bis morgen 10 Uhr. Denn um 10:15 Uhr geht es ja schon los zur zweiten Seeadler Safari!

Ich mache mich also bettfertig und hänge noch lange meinen Gedanken nach bis ich dann irgendwann einschlafe.

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Abenteuer Schweden / Norwegen 27.07.2021

Ausgeruht starte ich in den Tag, ich schaue ständig auf das Handy, Treffpunkt in Heine für die Safari um 12:40 Uhr. Nach Heine sind es nicht mal 10 Minuten, einen Parkplatz muss ich dann noch finden. Aber jetzt erstmal den Ausblick heute mit Sonne genießen!

Während ich ein paar Bilder mache entdecke ich eine sympathische junge Frau direkt vor mir, aha sie wohnt also in dem roten Zelt. Lächelnd spricht sie mich an. Und so lerne ich Kati kennen. Ich bin direkt beeindruckt. Sie wandert tatsächlich durch Norwegen. Hat aber nun ein Fahrrad organisiert und man erkennt ihre Leidenschaft für die Natur im strahlen ihrer Augen. Ich bin platt. Da denke ich, meine Reise ist was spezielles, aber ich werde gern eines besseren belehrt. Wir tauschen unsere Nummern und auch unsere Blogseiten. Besucht mal bitte den Blog von Kati und lasst Euch mitreißen. Ich habe alles durchgelesen und das mit dem Schnee… Aber lest einfach selbst!

Nun weiß ich auch, warum es mich an diesen Platz gezogen hat. Das bestätigt meine Einstellung „Alles hat seinen Sinn“. So bin ich sehr froh, dass ich Kati hier getroffen habe. Sie erzählt mir noch von ihrer Arbeit auf der Husky Farm und ich will ihr mein Buch schenken. Sie freut sich und das freut mich wiederum. Langsam muss ich mich aber fertig machen. Frischwasser usw. alles noch erledigen und dann ab nach Heine. Da steht Kati wieder bei mir und schenkt mir ein paar Socken mit einer norwegischen Flagge. Ich bin begeistert. Schließlich liebe ich Socken und Tassen über alles! Ich bin gerührt und freue mich.

Wir verabschieden uns und ich hoffe wir bleiben in Verbindung.

Unten bei der Ver- und Entsorgung stehen die Camper schon Schlange. Ich möchte aber nur mein WC leeren und nebenan Frischwasser tanken. Ich nehme meinen „WC Koffer“ und warte auf der Bank. 3 junge Männer haben sich aufgeteilt. Einer leert das WC, der andere füllt Wasser nach und der dritte springt hin und her. Als sich unsere Blicke treffen fragt er mich, wo man denn das Grauwasser ablassen kann. Erst auf norwegisch und dann auf englisch. So laufe ich schnell zu Blacky und zeige ihm meinen Hebel. Er hat sowas nicht parat, also stecke ich meinen und er passt, so läuft das Grauwasser der Jungs fröhlich ab. 

Dann entleere ich alles und kann dann auch wieder meinen Hebel mitnehmen. Die Jungs bedanken sich. Ich freue mich, dass ich helfen konnte. Als ich noch schnell meinen Müll wegwerfe spricht mich ein anderer Mann an und sagt „Nice you helped the Boys“ und ich grinse.

Noch etwas Frischwasser und los geht es 10 Minuten später in Heine die ersten zwei Parkplätze pickepacke voll. Ich fahre durch das kleine Städtchen und folge einem Park Hinweisschild. Ok dabei fahre ich auch am Treffpunkt vorbei. Cool, so nah. Ja und dann erstmal verstehen wie das mit dem bezahlen gehen soll. Es ist kein Automat. Man nimmt aus dem Briefkasten einen Umschlag, steckt das Geld rein, notiert Ankunft und Kennzeichen. Also so wie damals in Magdeburg am Yachthafen. Ich verstehe! Was ich aber nicht so ganz verstehe ist der Tarif. Von 8 bis 15 Uhr 200 NOK und von 15 bis 8 Uhr 250 NOK. Ich zahle also für 3 Stunden mal eben 200 NOK. So ist es nunmal und ich werfe alles ein. Muss dann nur noch pünktlich zurück sein. Aber das wird schon.  

Jacke, Mütze, Kamera und Kleinkram. Los geht´s. Am Treffpunkt dann das erste Abenteuer, in diese riesigen und schweren Anzüge steigen. Integriert ist eine automatische Schwimmweste und ja vor dem erfrieren wird es auch helfen, so dick wie der Anzug ist. Ich fühle mich ein bisschen wie auf einer Mission zum Mars!

Eine kurze Sicherheitseinweisung und dann warten wir noch auf Diesel für das Boot. Kurz überlege ich, dann werde ich nicht pünktlich zurück sein, aber da mahne ich mich selber „Wer sich sorgt, sorgt sich zweimal“ und so wische ich diesen Gedanken weg. Die Sonne scheint, wir brutzeln alle in unseren Anzügen und dann geht es auch schon los. Im Hafen noch langsam, dann gibt sie Gas. Ich bin froh, dass ich noch meine Jacke drunter habe und meine Mütze anhabe. Aber die Geschwindigkeit, die Wellen, also das macht mir nichts aus. Ich genieße dieses Gefühl. Wir halten oft und bekommen viele Informationen. Tatsächlich erwische ich auch einen Seeadler, zwar nur kurz, aber immerhin. Ich bin glücklich. Und auf dem Rückweg schwimmt ein kleiner Orca an uns vorbei. Das typische schwarz weiß, die Flosse, ich erwische nur kurz ein Stück als er wieder hinten auftaucht, aber egal. Ich war dabei! Was für ein Geschenk. 

Zurück am Treffpunkt dann den schweren Anzug loswerden und mit einem breiten grinsen Richtung Parkplatz. WOW!

Jetzt einen Stellplatz finden und einfach nur glücklich sein. Ich mache mich auf den Weg zu zwei Koordinaten aus meinem Reiseführer. Einmal werde ich zu einem Privathaus geschickt, das war wohl nix und beim zweiten ist es übervoll. Aber so kann es gehen. Also fahre ich weiter in Richtung Solvaer und nach einem Tunnel geht es ein Stück bergauf, aus dem Augenwinkel entdecke ich andere Camper und Wasser, also abbiegen und so habe ich den Stellplatz für diese Nacht gefunden. 

Nudeln mit Tomatensoße machen mich schnell satt und dann Bilder sichten und sichern. Oh ich bin mehr als happy. Aber jetzt macht sich der Tag auf dem Wasser bemerkbar. Ich bin plötzlich müde, mache mich bettfertig und lege mich hin. Schon wenige Augenblicke später bin ich im Traumland!

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Abenteuer Schweden / Norwegen 26.07.2021

Lange vor dem Wecker wache ich auf. Schnell ist alles reisefertig gemacht und meinen Kaffee genieße ich unterwegs. So starte ich bereits um 5:15 Uhr vom Saltstraumen Camping in Richtung Bodo. Knappe 30 km. Da kann ich die Fähre um 7 sicher erwischen. Ich bin gespannt wie die Überfahrt wird. Denn es sind wohl knapp 3 Stunden und ich muss das Auto verlassen. Wir werden sehen… Der Platz ist so still und friedlich. Auch auf den Straßen ist kaum Verkehr und plötzlich sind da 3 Elche auf der Wiese neben der Straße. Warnblinker an, Fenster runter und bitte lächeln.

Alles liegt noch im Morgennebel und ich halte lediglich einmal an um zu fotografieren. Somit bin ich schon 40 Minuten später am Fähranleger. Fahre in die Spur und schalte den Motor ab. Da winkt ein Mitarbeiter und ich soll auf die Fähre. Oha jetzt bin ich schon um 6 Uhr mit dabei? Also keine Zeit für Aufregung oder sonstige Zweifel. Eingeparkt schnappe ich mir eine kleine Tasche und mache mich nach oben. Ich setze mich an einen Tisch nahe der Ausgabe für Essen und Trinken. Eine Weile beobachte ich die vielen hungrigen Touristen und bekomme dann auch irgendwann Hunger. Da mir bisher nicht übel wurde mache ich mich mutig auf und bestelle mir eine Waffel und einen Kaffee. Dazu greife ich noch in ein Körbchen und wähle den Honig. Am Tisch dann die Ernüchterung. Es ist Butter und kein Honig 😉 Ja so ist das… Ich wähle dann also die Marmelade aus dem Körbchen daneben. Ich genieße die Waffel, freue mich über mein Wohlbefinden und werde müde. Kurzerhand lege ich meinen Kopf auf meine Tasche und entspanne meine Augen. Ganze 30 Minuten habe ich geschlafen. Ist das zu glauben.

Und dann sind wir auch schon da. Wahnsinn, ich bin Fähre gefahren, nicht nur kurz 20 Minuten, sitzend in meinem Auto, nein eine Strecke von fast 3 Stunden. Ich bin begeistert!

Nur einmal abbiegen und den Berg hoch, da ist schon der Campingplatz Moskenes Camping. Am Vorabend hatte ich zwar schon eine Email zwecks einer Reservierung geschickt, aber das war wohl zu spät und heute bin ich so früh da. Aber ich habe Glück und bekomme einen Platz. Der Besitzer meint, um 12 Uhr ist Wechsel, wenn ich da direkt komme, kann ich einen Platz direkt am Wasser bekommen. Ja dann trinke ich mal in Ruhe einen Kaffee und gehe dann auf Entdeckungstour auf dem Platz. Die Plätze am Wasser sind ganz schön, aber dann entdecke ich oben am Berg auch Stellplätze. Ich laufe einfach mal hoch. Und diese Aussicht ist toll. Auch wenn vieles noch im Nebel liegt. Platz Nr. 80, das wäre mein Wunschplatz. Und als ich um 12 Uhr an der Rezeption bin kann ich problemlos tauschen, parke um und bin zufrieden. Ich bekomme sogar noch ein kleines Prospekt mit, da stehen alle Veranstalter die Aktivitäten, wie eine Seeadler Safari, anbieten und ich bekomme tatsächlich einen Termin! Schon am nächsten Tag!!!!  Da macht sich sogar die Sonne breit und ich entschließe mich spontan für eine kleine Wanderung im 3 km entfernten Ort und habe den Tinstiden als Ziel. Es soll eine beeindruckende Aussicht sein und ein höchst beliebtes Ziel. Das mache ich dann also noch heute. Prima, schnell sind meine Sachen verstaut und ich fahre los. Der Hauptansturm ist bereits vorbei, somit bekomme ich noch einen Parkplatz am Startpunkt. Ich nehme sogar meine Drohne mit, denn es ist endlich mal windstill. Der Aufstieg fängt direkt mal gut an. Über einen riesigen Felsen, aber ich bin ja inzwischen mutig und laufe einfach los. Direkt ein paar Schritte weiter dann der Blick auf einen Wasserfall. Wunderbares Licht, ich mache Bilder und lasse die Drohne steigen. 

Irgendwann geht es dann weiter und ich bin von dem satten grün und der Landschaft einfach nur begeistert. Doch dann endet der Pfad am See und ich befrage erneut Google. Laut einer Wanderbeschreibung soll es durch das Gras gehen und man soll bitte beachten, es sei schwer wenn es Naß ist und die Verfasser dieses Textes haben am Ende noch Seile benutzt. Ok… Dann halte ich wie immer inne und höre auf mein Bauchgefühl. Ein klares „nein“ und ich mache eine Pause, fotografiere noch etwas und gehe dann langsam wieder zurück.

Mein Weg führt mich jetzt durch den Schatten, aber ich schwitze und ziehe mir die Kapuze über. Glücklich zurück am Auto bin ich froh über diesen spontanen Ausflug und fahre langsam zurück zum Stellplatz. Dort schnell frisch machen und in frische Kleidung und den gemütlichen Teil des Abends beginnen. Hörbuch und entspannen. Dazu noch die Vorfreude auf morgen, denn es ist tatsächlich noch wahr geworden, ich werde auf Seeadler Safari gehen! Ich hoffe die Aufregung und Vorfreude läßt mich schlafen.

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Abenteuer Schweden / Norwegen 25.07.2021

Eine ruhige Nacht liegt wieder einmal hinter mir. Großartig so gut schlafen zu können! Nach einer Tasse Kaffee mache ich mich am heutigen Ruhetag an meine Bilder und Reiseberichte.

Das Wetter ist heute gnädig und die Sonne kämpft sich tapfer durch. Ich öffne die Seitentüre und lausche dem Treiben auf dem Campingplatz während ich am Tablet sitze. 

Ganze 11 Tage bin ich bereits unterwegs und 3.843 km liegen hinter mir. Wenn ich diese Zahlen so betrachte wird mir erst klar, wie lange ich unterwegs bin und wie weit ich schon gekommen bin. Jeder Tag ist hier anders und hält viele kleine Überraschungen und schöne Erlebnisse bereit. Da vergeht die Zeit irgendwie wie im Flug. Zudem hat mich diese lange Helligkeit ganz aus meinem Rhythmus gebracht. Aber das nur mal am Rande erwähnt.  

Schade ist eigentlich nur, dass ich nicht wirklich alles fotografieren kann. Aber da müßte ich wohl eher zu Fuß gehen. So viele wundervolle Ecken und ich muss mich oft beherrschen und einfach weiterfahren. Diese schönen Motive einfach mit mir und nur für mich mitnehmen. Das hat ja dann auch irgendwie etwas…

Inzwischen ist klar, dass ich an keiner Seeadler Safari teilnehmen kann. Schade, aber nun ist es so. Auf den Lofoten hätte ich etwas reservieren können, allerdings erst für Ende der Woche. So weit will ich aber nicht planen.

 

Als ich fast alles fertig habe zieht es mich nochmal zu dem Gezeitenstrom. Heute mal mit Sonne, vielleicht schaffe ich es sogar mal einen Sonnenuntergang zu fotografieren. Ich mache mich also auf den Weg und genieße die Sonnenstrahlen, hinterlasse meinem Lieblingsmenschen noch eine Sprachnachricht und fühle mich einfach nur wohl.

Oben von der Brücke entdecke ich, wie am Vortag, ein kleines Boot mit Leuten besetzt, die durch diesen Gezeitenstrom fahren. Also das könnte ich wohl dann doch nicht. Schon der Anblick von oben, ja da wird mir als Beobachter schon etwas mulmig.

 

Mein Weg führt mich dann noch nach unten, unter der Brücke durch und dort entdecke ich noch ein paar schöne Motive und sehe den Gezeitenstrom auch mal von einer anderen Perspektive. Es sind viele Menschen hier und beobachten staunend das Schauspiel. Lange bleibe ich jedoch nicht und mache mich wieder auf den Rückweg. Noch etwas kochen, ja langsam bekomme ich Hunger.

Satt und zufrieden nach leckeren Nudeln mit einer Thunfisch-Sahne-Käse Soße sieht es schon nach Feierabend aus. Eine Mischung aus Wolken und / oder Nebel umhüllt alles. Somit gibt es keine Sonnenuntergangsbilder, dafür glücklich und zufrieden ins Bett. Morgen soll es schon sehr früh nach Bodo gehen. Ich möchte gerne die Fähre um 7 Uhr nach Moskenes, auf die Lofoten erwischen.

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Abenteuer Schweden / Norwegen 24.07.2021

Als ich aufwache fühle ich mich erschlagen. Die gestrige Fahrt steckt mir noch in den Knochen, aber diesen Regentag hier zu verbringen, nein das ist keine so gute Idee. Dann eher am kleinen Stellplatz bei der Grotte die ich heute besuchen möchte. Ja dann habe ich was erlebt, bin ein kleines Stück weiter und kann an meinen Reiseberichten und Bildern arbeiten. Gute Idee!

So mache ich mich dann um 10 Uhr auf zur ersten Grotte. Führung ist da 11.30 Uhr, das sollte ich schaffen. Die zweite Grotte hat stündlich Führungen. Also passt das. Zumal die Grotten nur 1 km entfernt sind. 

Zwar erreiche ich die Setergrotta noch rechtzeitig um kurz nach 11 Uhr, aber aufgrund der Pandemie muss man sich anmelden. Weder um 11:30 Uhr noch um 15 Uhr ist ein Platz frei. Na gut, dann weiter zur Grolingrotta. 

Die Straße geht sehr steil nach oben und der Zustand der Straße ist auch nicht gerade gut, aber langsam und vorsichtig komme ich dann oben an. An der Kasse besorge ich mir die Eintrittskarte und kann die nächste Führung um 12 Uhr mitmachen. Der junge Mann nimmt mich zur Seite und bietet mir an dicht bei ihm zu bleiben, er wiederholt dann alles in englisch für mich. Das finde ich sehr nett. Dann geht es auch schon ein Stück den Weg bergab und wir stehen vor dem Eingang. Ich bin gespannt. Wir werden also 400m weit runter in die Grotte gehen. Man darf fotografieren und alle Fragen stellen die man mag. Ich schließe mich dann der Gruppe am Ende an und kämpfe mich durch. Teilweise ist es rutschig, aber ich weiß ich kann es schaffen. Dann wird es laut, tosender Wasserfall rauscht vorbei. Es geht über eine Brücke. Beeindruckend und beklemmend zugleich. An manchen Stellen muss man sich ducken und kann später wieder normal weiter laufen.

All die Gänge und Höhlen sind natürlich entstanden. Einzig die Stufen und kleinen Brücken wurden von Menschenhand gebaut. Ich denke mir nur, wie wundervoll und kraftvoll die Natur ist. Nach einer knappen Stunde sind wir dann wieder am Ausgang. Ich habe es geschafft. Wieder eine tolle Erfahrung. Und über die Bilder und Videos freue ich mich natürlich auch sehr.

Kurz überlege ich dann, hier über Nacht zubleiben. Es ist sehr friedlich hier oben. Der Regen stört eigentlich nicht, aber es gibt kaum Internet und so könnte ich nicht arbeiten. Also plane ich um und das Tagesziel ist nun Saltstraumen Camping. Es sind ungefähr 220 km und etwa 3 Stunden Fahrt. 

 

Das Wetter hält mich von vielen Pausen ab um Bilder zu machen. Aber als ich dem Polarkreis nahe komme, fahre ich das Besucher- bzw. Informationscenter an. Der Parkplatz ist voll. Die Landschaft so weit und so wild lädt mich förmlich zu einer Wanderung ein. Aber es wird dunkel am Himmel und ich habe Bedenken, mitten in ein Unwetter zu geraten. Schweren Herzens fahre ich also weiter und bestaune alles um mich herum. 

Einige Stellen nutze ich noch für einen Fotostop, aber dann möchte ich auch gerne ankommen. Erneut ein langer Tag am Steuer. Dort werde ich aber auf alle Fälle zwei Tage bleiben. Das muss sein!

An der Rezeption begrüßt mich eine freundliche junge Dame, ich zahle für zwei Nächte inkl. Strom 750 NOK. Passt wunderbar! Mit dem aktuellen Gezeitenplan suche ich einen freien Platz. Freundlicherweise hilft mir ein Mitarbeiter vom Campingplatz. Eine kleine Einweisung und ich stehe endlich und atme durch. Erstmal was kochen, dann entspannen. Aber ein Blick auf den Gezeitenplan ändert alles. In einer halben Stunde soll es losgehen. Ok, kochen kann ich auch später… Ich packe also meinen Rucksack und laufe los. Vom Campingplatz raus, rechts über eine Zufahrt, dann den Weg zur Brücke hinauf und schon bin ich direkt über den Saltstraumen. 

Ich bin überwältigt, vergesse fast Bilder zu machen. Was für ein großer Luxus hier stehen zu dürfen. Ich beobachte die vielen Strudel, keiner gleicht dem andern und schon im nächsten Augenblick ist alles vollkommen verändert. Die vorerst heftigen Strudel lösen sich nach wenigen Metern auf und enden in einer ruhigen, leichten Strömung.

Ich nehme mir vor, mich beim nächsten Ärgern hieran zu erinnern. Mich zu erinnern, dass auch nach einem heftigsten Strudel alles wieder in Ordnung kommt. Wie poetisch, aber hier oben, mit diesem Blick nach unten empfinde ich genau so.

Glücklich und zufrieden mache ich mich auf den Rückweg. Das war ein Ausflug für meine Seele. Also gibt es mein „Seelenfutter“, leckere Spaghetti. Danach sichte und sichere ich noch die Bilder, staune erneut und entscheide mich für Feierabend. Nur noch Hörbuch hören und entspannen. Das tut einfach nur gut, die Berichte schreibe ich morgen. Dann bin ich ausgeruht und lege mit neuer Energie los. Meine tägliche Routine folgt noch, alles sichern und dann ab ins Bett. Mein Hörbuch scheint sich förmlich zu entfernen, ich bin dann schon bald im Traumland.

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Abenteuer Schweden / Norwegen 23.07.2021

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Campingplatz studiere ich die Reiseführer und plane meine Tagesroute. Bei diesem Wetter lohnt es kaum, viele Fotostopps einzuplanen. Somit soll das heutige Tagesziel Korgen Camping AS sein. Satte 450 km und 6 Stunden zu fahren. 

Ohne Zeitdruck fahre ich los. Vorher leere ich noch meine WC Kassette und fülle Frischwasser auf, mein Grauwasser leere ich ebenfalls. 

Auch heute entscheide ich mich gegen eine Tour durch Trondheim. Auf Großstadt und Menschen habe ich keine Lust und da ich frei entscheiden kann…

Meine Route hält wieder viele schöne Fotomotive bereit.

Hier oben im Norden gibt es nicht so viele Radiosender. Also läuft nebenher wieder mal ein Hörbuch. Dieses Mal eines aus meiner geliebten SPQR Serie. Ein römischer Ermittler zu Zeiten von Julius Cäsar. Kann es entspannter sein? 

Nicht immer ergibt sich die Möglichkeit zu halten. So bleibt so manch schöner Anblick nur mir allein. Auch das kann schön sein. 

Mal bin ich ganz bei dem römischen Ermittler, mal schweife ich gedanklich ab. Doch an keinem bestimmten Punkt bleibe ich „hängen“. Nichts beschwert diese Route. Etwas Vorfreude auf die nächsten Tage. Denn in Bodo oder auch auf den Lofoten soll das Wetter passen und ich kann eine Seeadler Safari mitmachen. Also schon bei dem Gedanken daran bekomme ich Gänsehaut. 

Ganze 8 Stunden Fahrt liegen dann plötzlich hinter mir als ich den Campingplatz erreiche. Was für eine Tour! Aber ich bin nun doch froh, schon so weit zu sein! Ich zahle für eine Nacht 300 NOK ohne Strom. Suche mir einen passenden Stellplatz und lege erstmal die Füße hoch!

Nach einer Portion Kartoffeln mit Sahneheringsfilet folgt dann nichts aufregendes mehr. Es regnet und ich verziehe mich ins Bett. Morgen möchte ich die zwei Grotten in ungefähr 60 km Entfernung anschauen und dann weiter zu den Saltstraumen fahren. Soweit mein Plan bevor ich in Tiefschlaf falle.

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Abenteuer Schweden / Norwegen 22.07.2021

Eine kurze Nacht liegt hinter mir. Wind und Regen haben mich nicht so tief schlafen lassen wie bisher. Aber auch wenn der Morgen keine neuen Möglichkeiten für Bilder bereit hält, so bin ich dennoch zufrieden. Inzwischen liegen über 2.700 km hinter mir. Alles streß- und vor allem unfallfrei. So mache ich mir einen Kaffee und will an diesem Tag bis nach Trondheim fahren. Knapp 250 km und eine geplante Fahrzeit von knapp 4 Stunden.

Aber ich bin schnell ernüchtert. Während ich im Bad bin wundere ich mich. Das Wasser für meinen Kaffee kocht nicht. OK das Gas ist aus. Ich probiere es nochmal aber da kommt nix mehr. Also was anziehen und ab nach draußen, ein Blick auf die Gasflaschen soll Klarheit bringen. Und was sehe ich, beide Anzeigen auf rot. Also alle Flaschen leer. Primamissimo….

Natürlich kann man in Norwegen Gasflaschen auffüllen lassen, aber nur wenige machen das mit deutschen Flaschen. Und ich habe auch keinen Adapter dabei. Also befrage ich Google und LPG Norge ist einer der wenigen, die mir helfen können. Nun noch die nächste Adresse finden. Ok ich habe Glück, die nächste Station ist knapp 30 km entfernt, auch auf meiner Route, also alles halb so wild. Ohne Kaffee dann los. In Kristiansund führt mich Google dann in ein Industriegebiet. Ich lande an einer Zapfsäule, aber leider nur für Betankung für gasbetriebene Fahrzeuge. In der Werkstatt nebenan kann mir der freundliche Mann leider auch keinen Tipp geben. Somit steuere ich die nächste größere Tankstelle an. Auch hier kommt der junge Mann freundlicherweise mit zum Fahrzeug und kann mir auch nicht helfen. Schickt mich aber weiter hoch im Industriegebiet zu einem großen Geschäft für Campingartikel. Dort angekommen ist mir eine junge Mitarbeiterin behilflich. Wir schauen gemeinsam meine Flaschen an. Leider kann sie mir auch nicht helfen, weder befüllen, noch austauschen, noch einen passenden Adapter anbieten. Aber sie schaut in ihrem Computer nach ist bemüht für mich eine Lösung zu finden. Sehr, sehr freundlich!

Sie nennt mir zwei weitere Tankstellen, wobei eine die ist, bei der ich eben war. Aber ich bedanke mich und rufe auf dem Parkplatz bei LPG Nord an. Glücklicherweise kann auch er englisch und verweist mich auf ein Geschäft namens Brixta. Ebenfalls in diesem Industriegebiet und die haben tatsächlich deutsche Flaschen zum Tausch da. Ein Lichtblick.

Also fahre ich dort hin, ein junger Mann ist sofort sehr hilfsbereit. Holt meine Flaschen raus, packt mir die zwei neuen rein, sichert alles und erspart mir so eine Menge Aufwand. An der Kasse zahle ich 600 NOK für beide Flaschen und schiebe ihm 100 NOK als Trinkgeld zu. Er will es erst nicht annehmen, aber ich möchte seine Hilfsbereitschaft einfach anerkennen. Er lächelt und ich verabschiede mich. Nur zur Sicherheit teste ich kurz den Gaskocher, alles passt, also dann weiter Richtung Trondheim. Was für ein Vormittag! Alles in allem muss ich aber sagen, es hat mich nicht geärgert, es war wieder eine neue Situation, auch diese habe ich gemeistert. 

Auf der Route nach Trondheim liegt die Region Aure. Genauer gesagt liegt mein Zwischenziel bei Melland auf Skardsoya. Dort möchte ich mir gern Jutuholet anschauen. Eine natürlich entstandene Berghöhle. Je näher ich dem Ziel komme, desto schmaler werden die Straßen. Kurz vor einem privaten Weg kann ich parken. Von da wandere ich einen knappen km Richtung Höhle. Mit meinem Rucksack samt Fotoausrüstung laufe ich also los. Der Wanderweg ist sehr gut zu erkennen und führt mich durch Wiesen und Wald. Niemand scheint ausser mir unterwegs zu sein, nur die Vögel begleiten mich auf meinem Weg. Immer wieder halte ich an und versuche etwas interessantes zu entdecken. Am Ziel angekommen stehe ich dann verdutzt vor einem Haufen Geröll. Das kann es sicher nicht sein. Eine kleine Pause, ein Schluck Kaffee und ein paar Schritte weiter entdecke ich einen Weg nach oben. Direkt über das Geröll. Weiter oben entdecke ich Seile als Hilfe. Soll ich also da hoch?! Ich wäge ab und denke, ich ärgere mich wenn ich wieder zurück laufe. Also atme ich durch und steige auf. Mitten drin kommt mir ein Gedanke, wie soll ich da wieder runter kommen? Aber diese Gedanken verschiebe ich auf den Abstieg. Nun konzentriere ich mich auf den Weg nach oben. Leicht ist anders, aber aufgeben ist keine Option. Als ich dann schon fast oben bin überholt mich erst ein junges Pärchen, dann folgt noch ein älteres Ehepaar. Die gehören zusammen und klettern fröhlich hoch. Oben angekommen stehe ich ehrfurchtsvoll auf den Steinhaufen. Die junge Frau ist weiter geklettert und der Mann bereits ganz unten. Sie fotografieren sich, bewegen sich ganz sicher über die Steine. Das ältere Paar bleibt wie ich oben und schaut ebenfalls zu. Ich unterhalte mich mit dem älteren Herrn. Er ist beeindruckt von meiner geplanten Route bis hoch zu den Lofoten und über Schweden zurück. Ich lächle und als ich meine, ich bin erstmal nicht sicher wie ich da wieder runter komme sagt er zu mir: „Es gibt einen Trick! Nimm Dir Zeit“. Und recht hat er.

Ich beschränke mich auf das fotografieren von meiner Stelle aus. So mutig bin ich dann doch nicht. Irgendwann packe ich zusammen und mache mich auf den Rückweg. Bevor ich nun unsicher werden kann entdecke ich an der Seite einen großen Stock. Der diente wohl für die Feuerstelle, denn an einem Ende ist er russig. Aber er hat die perfekte Größe für mich und so kann ich nun sicher den Abstieg meistern. Im Nu bin ich unten. Der Stock ist nun offiziell mein Wanderfreund! 

Eine Weile nehme ich ihn noch mit, er stützt mich in den Bereichen wo es moorartig wird und erst kurz vor dem Parkplatz lehne ich ihn an einen Baum, bedanke mich im Stillen und gehe zu Blacky. Etwas erschöpft entscheide ich mich gegen die Küstenfestung nur 2km weiter. Also dann noch den Rest Kaffee trinken und auf nach Trondheim.

In Trondheim soll es auf einen großen Stellplatz gehen. Ich hoffe, es gibt noch einen freien Platz und das Glück begleitet mich wie bisher.

Die Landschaft wechselt und läßt mein Herz höher schlagen. Auch wenn mich der Vormittag Zeit gekostet hat, so gehe ich den Rest der Route entspannt an. Als ich dann in Trondheim ankomme folgt sogleich die Ernüchterung am Stellplatz. Alles voll. Ok dann suche ich eine Alternative. Aber hier in Trondheim gibt es nicht so viele wie ich bisher gewohnt war. Ein paar Umwege durch die Stadt und den Verkehr und ich entscheide mich dann für einen Campingplatz etwa 10 km weiter. Inzwischen möchte ich nur noch ankommen und Stadtbilder von Trondheim stehen nicht mehr auf meiner Liste.

Endlich angekommen am Campingplatz finde ich die 300 NOK dann doch etwas hoch, also im Vergleich zu den bisherigen Stellplätzen. Und hier habe ich auch keinen Strom. Aber es ist wohl die Nähe zu Trondheim, direkt daneben ist der Anleger für die Fähre. So erkläre ich mir den Preis. Es gibt chinesische Nudeln, schnell und lecker und nur noch entspannen. Der Vormittag, die Wanderung und die Fahrt macht sich bemerkbar. Müde falle ich ins Bett.