Bevor ich heute starte widme ich mich dem Wasser Problem. Denn als ich meine Zähne putzen will und nicht das Flaschenwasser wie zuvor nutze, zieht es mir in meinem Mund alles zusammen! Am Stellplatz kann ich zum Service Platz fahren und u.a. mein Grauwasser ablassen. Gleichzeitig öffne ich meine Leitungen und leere den Wassertank. Nebenan gibt es ein kleines Häuschen. Mit meinem Code auf der Anmeldung kann ich die Türe öffnen. Dort mein WC entleeren und einen Wasserschlauch abrollen.

Perfekt, denn damit spüle ich meinen Tank aus. Lasse das Wasser wieder ab und fülle dann erst wieder auf. Ein kurzer Test, das Wasser ist wieder in Ordnung. Erneut eine Herausforderung die ich gemeistert habe, ganz in meiner eigenen Art. Ich bin stolz auf mich. So kann ich also meinen Weg fortsetzen und  habe die norwegische Grenze als Tagesziel. Knapp 500 km liegen vor mir zu einem legalen Grenzübergang mit Teststation. Dort kann ich mich bis 15.30 Uhr testen lassen. Wird knapp, aber ich schaffe das.

Ohne Hund verzichte ich auf viele Pausen und will einfach nur über die Grenze. Auch schöne Foto Spots lasse ich ausser Acht, denn ich will keine Zeit verlieren und zu spät an der Grenze sein. So lasse ich km um km hinter mir. Nur noch 10 km und ich komme 45 Minuten vor Schluß an. Passt! Aber Google führt mich zum ersten Mal seltsam zum Ziel. Denn durch einen verwachsenen Waldweg fahre ich wirklich nicht! Entgegenkommende Fahrzeuge mit norwegischem Kennzeichen machen mir Hoffnung. Aber ein ums andere Mal soll ich abbiegen, verweigere es aber aufgrund des Zustandes der „Straße“ und bin dann schlicht zu spät dran. Es lohnt nicht krampfhaft diesen Grenzübergang zu suchen, denn getestet werde ich dort nicht mehr.

Also Plan B. Parken, orientieren und einen anderen Übergang suchen. Nochmal 70 km, das ist gleichzeitig auch zu weit von meinem ersten geplanten Stellplatz, aber so ist es nunmal. Also los. Dort wird wenigsten rund um die Uhr getestet! Um 16:30 Uhr erreiche ich die Grenze. Es ist kaum etwas los. Nur zwei Fahrzeuge vor mir. Die nette Dame fragt mich wohin ich reisen will und warum, prüft meinen Ausweis und wünscht mir eine gute Fahrt. Keine Kontrolle, keine Frage nach meinem Test und auch kein weiterer Test. Ich bin verblüfft! Aber ich bin jetzt tatsächlich in Norwegen!!!

Bei der nächsten Gelegenheit fahre ich rechts ran. Suche über die Park4Night App einen Stellplatz für die Nacht. Ungefähr 15 km entfernt ein toller Platz, der gefällt mir und ich freue mich gleich endlich entspannen zu können!

Google führt mich über ein paar Kreisverkehre und plötzlich fahre ich wieder in die Richtung von der ich kam. Äh aha wo lande ich denn jetzt? Da ich weder wenden kann noch einen Plan C habe bleibt mir nur abzuwarten was mich jetzt erwartet. Dann erblicke ich auch schon die Grenze. Insgeheim hoffe ich, es ist nicht wieder der Weg nach Schweden?!? Hier warte ich etwas länger. An der Seite wird ein Reisebus kontrolliert. Deutlich mehr Grenzpolizei zu sehen als vorhin. Auch hier werde ich freundlich gefragt wohin ich will und warum. Erst keine Frage nach meinem Test. Als ich verneine geimpft zu sein dann doch ein halbherziger Blick auf mein Handy mit dem Testergebnis. Der Grenzbeamte spricht kurz mit einer Kollegin, will noch wissen ob ich mich vorher angemeldet habe. Ich sage ja, aber er will den Ausdruck der Anmeldung überhaupt nicht sehen. Ich darf also weiter fahren. Nur wenige Meter weiter dann eine lange Autoschlange. Diese führt direkt zur Test Station. Ich parke, laufe mit einem Anmeldezettel ganz nach vorne zum Container. Als ich an der Reihe bin dann der Schnelltest. Ich soll zurück zum Auto, 30 Minuten warten. Höre ich von niemanden etwas darf ich einfach weiter fahren. Aha…. So mache ich es auch und warte in der prallen Sonne die 30 Minuten ab. Ich halte meine Familie auf dem laufenden, denn nun verzögert sich alles und will einfach nur noch weiter.

Dann sind endlich die 30 Minuten vorbei. Ich fahre weiter und bin begeistert als ich den Stellplatz erreiche. Niemand ist da zum kassieren, kein Automat also rufe ich die Nummer an. Eine nette Dame meint ich darf mich ruhig irgendwo hinstellen, sie kommt morgen zum kassieren. Prima also stelle ich mich hin, atme durch und genieße erstmal die Aussicht. Ich bin ganz alleine, aber ich habe kein mulmiges Gefühl. In Sichtweite sind Wohnhäuser und ich höre einen Hund bellen. 

Zum essen gibt es heute Maultaschen mit Ei und als ich fertig gegessen und gespült habe fährt ein weiterer Camper ein. Ein älteres Ehepaar und somit bin ich nun nicht mehr allein. Die Fahrt steck mir in den Knochen, aber nun bin ich endlich in Norwegen angekommen. Was für ein Akt! 

Ich lege mich früh hin, genieße den Ausblick und schlummere irgendwann mit meinem Hörbuch auf den Ohren ein.

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