Mittwoch 23.06.2021

Tageziel Trollhättan

170 km

Der Wecker klingelt heute sehr früh. Es soll ja vor der Hitze in den Tiveden Nationalpark gehen. Aber ein Blick aus dem Fenster gibt Entwarnung. Es hat über Nacht geregnet. Leichter Nebel liegt noch auf dem See. Eine Wolkendecke verheisst einen eher kühleren Tag. Somit geht jetzt alles sehr langsam und entspannt voran.

An diesem einsamen See aufzuwachen ist einfach ein Geschenk.

Am Nationalpark, am Eingang Ösjönäs stecke ich mir noch den deutschen Flyer ein und entscheide mich für die lila Route, den Trehörningsrundan. Stattliche 9,5 km und laut Beschreibung einer der schönsten, aber auch beschwerlichsten Routen.

Los geht es und da es einmal rund um den See geht habe ich auch in Sachen verlaufen keine Sorge. Aber es zeigt sich, die Wegweiser sind auch hier sehr gut angebracht.

Die Steigungen schaffe ich erstaunlicherweise leichter als sonst. Die 8 Tausender Tour Zuhause war wohl eine perfekte Vorbereitung.

Hier und da gibt es schöne Bereiche direkt mit Zugang zum Wasser. So kann sich Daily immer mal wieder abkühlen. Aber heute ist es zum Glück wirklich nicht heiss.

Beeindruckende Landschaft, hier und da mache ich Bilder. Aber lange stehen bleiben bedeutet auch, die Mücken magisch anzuziehen. Zudem verlangt der Weg meine volle Aufmerksamkeit. Wurzeln, Steine und auch kleine Mini-Moore machen den Weg zu einem Abenteuer.

Nach und nach wird aus dem kleinen Abenteuer aber ein großes. Der Weg wird wilder, anspruchsvoller und als ich an einer Stelle über einen riesigen, zudem ungesicherten Felsen soll wird es mir schon mulmig. Denn rechts und links geht es einfach mal steil nach unten.

Dann stehe ich einmal vor einem Abstieg und plane in meinem Kopf wie ich unbeschadet nach unten komme. Mehrere Versionen, aber die, bei der ich mich hinsetze und vorsichtig nach unten „rutsche“ siegt.

Da ich bisher niemandem begegnet bin mache ich mir über Zuschauer auch keine Sorgen. Und selbst wenn…

Daily läuft zielstrebig voran. Regiert auf „langsam“ und „warte“ perfekt und wir meistern diesen Weg gemeinsam. Nach mehr als der Hälfte werden die Schritte nach unten anstrengender und teilweise bleibt Daily stehen, dreht sich um und schaut mich an. Ich will in Ihrem Gesicht lesen „Komm das schaffen wir“ und so machen wir es dann auch.

Inzwischen sind mir schon einige Menschen entgegen gekommen und ich wundere mich. Die sehen alle so frisch aus, was ich von mir nicht behaupten kann.

Als ich das Schild Ösjönäs 1,6 km sehe rufe ich innerlich meine ganze Motivation zusammen und tausche die noch zu laufenden knapp 2 km aus gegen die bisher knapp 8 km! Und das wirkt Wunder.

Am Parkplatz eingekommen erstmal frisch machen. Während ich erfrischt aus dem Bad komme und in neue Kleider tauche liegt Daily bereits schnarchend auf meinen Schuhen.

Ich melde mich bei meinen Lieben und überlege, endlich barfuß, ob ich tatsächlich noch die knapp 180 km nach Trollhättan fahren soll. Dort will ich mir die Wasserfälle anschauen.

Mein Bauchgefühl sagt ja und ich mache alles fahrsicher und starte.

Auf dem Weg komme ich an meinem neuen „Lieblingsplatz“ vorbei und bin dankbar für diese Erfahrung. Mit einem lächeln geht es weiter. In Gedanken freue ich mich auf das Essen später. Nudeln, Sahnesoße, Käse, sowas in der Art.

Auf der Route entdecke ich ein Pferd, es sieht tatsächlich aus, wie das von Pippi Langstrumpf. Aber ich bin zu erledigt um umzukehren und ein Bild zu machen. Und das will was heißen. Meine Füße brennen.

In Trollhättan angekommen bin ich überrascht. Eine große Stadt. Viel Verkehr und ich bin kurz verunsichert ob ich mir da das richtige Ziel ausgesucht habe. Aber bisher hat alles wunderbar geklappt, somit vertraue ich erneut meinem Bauchgefühl.

Dann wird es wieder mehr grün, weniger Leute, es geht an Wasserkanälen vorbei, an einer kleinen Schrebergarten Siedlung. Und um die Ecke hoch, plötzlich ein riesiger Parkplatz. Extra Buchten mit Holzbalken für Wohnmobile. Erster Eindruck sehr schick!

Ich parke ein, atme durch und melde mich bei meiner Familie.

Nach einer kurzen Erkundungsrunde (sehr kurz 😉 ) habe ich großen Hunger. Aber je länger der Weg wurde umso weniger Lust hatte ich auf kochen. Somit schließe ich den Wahnsinns Tag mit einer Portion Ravioli ab.

Heute spielt auch Deutschland bei der EM. Aber 21 Uhr… Das schaffe ich wohl eher nicht. Und so ist es dann auch. Ich falle später mit Lichtgeschwindigkeit ins Traumland.

Direkt mit Google Maps finden

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