Ich wache wieder einmal entspannt auf. Gestern wurde es zwar spät, weil es nicht so richtig dunkel wurde… Ich habe da total die Zeit aus den Augen verloren! Leider hat es den ganzen Tag geregnet, es war kalt, windig und grau. Da war an eine Wanderung nicht zu denken! So wurden also wieder ein paar Reiseberichte fertig!

Gemütlich mache ich mich nun also fertig und fülle noch Frischwasser auf, lasse mein Grauwasser ab und leere meine WC Kassette. Danach starte ich also gegen 10 Uhr in Richtung Alesund. Knappe 90 km liegen vor mir, auf dieser Reise eine eher kurze Strecke. Dabei werde ich aber auch die Fähre nutzen. Ich bin gespannt. Als ich den Campingplatz hinter mir gelassen habe, hoffe ich nur noch auf freie Brücken, also bitte keinen Gegenverkehr!

Ich atme auf als ich alle Brücken hinter mir habe. Das ist schon (für mich) speziell. Nach wie vor wird es mir leicht mulmig, wenn ich über so hohe und enge Brücken fahre. Aber es wird immer besser…

Am Parkplatz zur Überfahrt mit der Fähre bin ich ganz vorne an der Reihe. Perfekt, dann schaue ich wieder nach vorne raus. Nur zur Sicherheit nehme ich eine der kleinen Reisetabletten. Ich will es ja nicht rausfordern! Nur 15 Minuten später darf ich auf die Fähre fahren. Ok da geht mein Plan wohl nicht ganz auf, ich stehe ganz vorne, aber die Rampe ist geschlossen, ich Blicke nur auf Stahl. Ich bin positiv gestimmt und mache mir keine Sorgen. Der Mann neben mir steigt aus, kommt zum Fenster und spricht mich an. Ein deutscher, der in Norwegen lebt und arbeitet. Wir unterhalten uns ganz zwanglos. Ich sitze weiterhin im Auto. Er will seine Familie in Deutschland besuchen, wir sprechen über Corona und mitten im Gespräch schaue ich an ihm vorbei und entdecke durch eine Öffnung das Wasser. Wir fahren bereits und ich bemerke keinerlei Unwohlsein. Prima! Als er dann nach oben auf das Schiff verschwindet widme ich mich meiner Route. Und ehe ich noch meinen Reiseführer zur Hand nehmen will sind wir auch schon angekommen. Knapp 30 Minuten hat die Überfahrt gedauert. 

 

Den Stellplatz finde ich leicht und ergattere den vorletzten Platz. Dazu noch direkt am Wasser. Was für ein Glück! Am Parkautomaten wähle ich dann 24 Stunden, bekomme einen Beleg und wundere mich. Der sieht so gar nicht nach einem Parkschein aus?! Am Blacky frage ich dann meinen Stellplatz Nachbarn ob er auch so einen Beleg hat. Er klärt mich auf, der vordere Parkautomat gilt nur für die PKW. Der Automat für die Wohnmobile ist ganz hinten am anderen Ende. Er hat den gleichen Fehler gemacht, 24 Stunden bezahlt für 250 NOK und hat dann am Automat hinten für die Wohnmobile eine weitere Stunde für 25 NOK gezogen. So kommt er auf die regulären 275 NOK für 24 Stunden. Aha…..

Noch während meinem Gang zum Automaten spekuliere ich, ob ich es ihm nachmachen soll, aber mir geht diese Quittung einfach nicht aus dem Kopf. Also zurück zum Blacky, am Handy dann den Übersetzer genutzt und nun wird klar, der Vorgang wurde aus irgendeinem Grund abgebrochen. Ich habe also gar keinen falschen Parkschein gedruckt! Ja ich habe schon Glück. Also entspannt zum hinteren Automat, 275 NOK zahlen, korrekten Schein hinter die Windschutzscheibe und ankommen. 

Noch während ich alle Türen öffne, den Ausblick genieße und mein Stromkabel auspacke spricht mich ein älterer Herr an. Erst verstehe ich nicht richtig, dann wird klar, dieses Ehepaar war heute früh ebenfalls noch auf der Insel Runde, auch auf dem Campingplatz. Und als ich mein Grauwasser ablassen wollte, hat er mit seiner WC Kassette gewartet. So klein kann die Welt, bzw. Norwegen sein. Seine Frau meint noch, wir haben wirklich Glück mit dem Platz, denn auch sie haben den letzten Platz ergattert. 

Ich lege also mein Stromkabel parat, suche meine Adapter heraus und bekomme einfach keinen Strom. Ich vermute einen defekten Adapter, stecke um und spekuliere, will dann alles zusammen packen. Erst mein freundlicher Nachbar winkt mich zum Stromkasten. Ich soll es erneut probieren, eine Sicherung war das Problem. Und tatsächlich, nun klappt alles. Wieder etwas gelernt. 

Das schöne Wetter möchte ich ausnutzen und packe meinen Rucksack und laufe mal in die Stadt. In nicht mal 5 Minuten bin ich im belebten Hafenbereich. Beobachte die Schiffe, gehe im Schwarm der Touristen fast unter und muss erstmal etwas essen. Vielleicht einen Dürüm? Ja das ist nicht norwegisch, aber da hätte ich gerade Lust drauf. Ein paar Ecken weiter entdecke ich dann einen Laden der Pizza und Döner & Co. anbietet. Ich trete ein, überfliege die oben angebrachte Leuchttafel mit den Speisen und Preisen und die Lust auf Dürüm verfliegt schlagartig als ich den Preis entdecke. 120 NOK, also 12 Euro für einen Dürüm… 

Ich verlassen den Laden und schlendere wieder zurück. Direkt am Rathaus entdecke ich ein kleines Café. Der Aussenbereich liegt noch in der Sonne und ich bestelle mir im Café eine Art Zimtschnecke und einen Cappuchino. Beides genieße ich draußen in der Sonne und bin einfach nur glücklich.

Unschlüssig bemühe ich Google Maps und schau mir die Gegend an. Da gibt es also einen kleinen Stadtpark. Ok, das ist mein Ziel. Schon ein paar Straßen weiter ist nichts mehr von dem Touristentreiben zu spüren. Es geht durch eine Wohngegend und etwas den Berg hinauf. Dann bin ich schon am Park und bereue den Aufstieg in keiner Weise. Von ganz oben bietet sich ein grandioser Blick. Auch hier halte ich inne und schließe diese Dankbarkeit tief in mein Herz ein. 

Ein paar Bilder später und jetzt meldet sich auch wieder mein Magen. Ich wandere also entspannt zurück nach unten, plane einen kleinen Einkauf und freue mich auf ein leckeres essen.  Ein kleiner Supermarkt liegt auf dem Weg. Neugierig erkunde ich die Regale und bleibe an gewürzten Fleischspießen stehen. Ich entscheide mich für Lamm. Wird schon schmecken!

So laufe ich also zurück zum Stellplatz. An einem Laden hängen Pullover und Jacken, aber da ich kein Shopping Fan bin ist das eher uninteressant. Bis ich dann doch eine schicke Jacke entdecke. Orange und grau, Scandinavian Explorer, ja das passt doch wunderbar für mich! Also nehme ich die Jacke mit rein, entledige mich meiner Schichten und probiere sie an. Nach etwas hin und her entscheide ich sie zu kaufen.

 Dann aber los zum Stellplatz. Es gibt Bratkartoffel und die Lammspieße. Hmmm dieser Duft, diese Aussicht. Es schmeckt sehr, sehr lecker und so geht mir dann die Büroarbeit leicht von der Hand. 

Etwas später, leider habe ich so gar keinen zeitlichen Überblick, stelle ich noch mein Stativ auf und will ein Zeitraffervideo vom Sonnenuntergang machen. Ich erwische mich hier in Norwegen oft noch spät am Tablet oder über meinen Reiseführern, die Helligkeit hat meinen ganzen Rhythmus verändert. Aber das ist in Ordnung. Denn trotz aller Umstellung schlafe ich hier fast immer tief und fest. 

So mache ich mich nach meiner Videosequenz bettfertig und bin dann irgendwann im Traumland.

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